Die Förderlogik steht unter Zeitdruck, während der Netzrahmen noch offen ist

Die Reform des EEG 2027 bleibt eine der kritischsten offenen Baustellen. Die ZfK berichtet, dass ein eigener Gesetzentwurf der Grünen-Bundestagsfraktion Punkte aufgreift, die aus Sicht der EU-Kommission geändert werden müssen. Dazu gehört eine Umstellung der Förderung größerer Anlagen auf zweiseitige Differenzverträge mit Mindestförderung und Maximalerlös.

Der Reformdruck ist hoch, weil die beihilferechtliche Genehmigung der bestehenden EEG-Förderung Ende 2026 ausläuft. Zugleich gibt es politische Streitpunkte, unter anderem bei der künftigen Förderung kleiner Photovoltaikanlagen.

Zusätzlich lag im Bundestagskontext ein Bundesrats-Gesetzentwurf zur Änderung des EEG vor. Er fordert eine zusätzliche Sonderausschreibung für Windenergie an Land über 5.000 Megawatt im Jahr 2026, um genehmigte, aber noch nicht realisierte Projekte schneller in Betrieb zu bringen; diese Mengen sollen nicht auf die regulären Ausschreibungsvolumina angerechnet werden.

Parallel ist das Netzpaket weiter nicht beschlossen. Dabei ist genau diese Kombination entscheidend: Ein neues Förderregime ohne belastbaren Netzanschlussrahmen schafft keine Investitionssicherheit.

Das Signal für das System:
Förderung, Marktintegration, Realisierung genehmigter Projekte und Netzanschluss können nicht getrennt reformiert werden.

Kritische Einordnung:
Die EEG-Reform ist nicht nur eine Frage der Vergütungshöhe. Sie entscheidet über Erlösmodelle, Investitionssicherheit, Direktvermarktung, CfD-Logik, kleine PV-Anlagen, Bürgerenergie, Windpipeline und Projektfinanzierung.

Aber: Ein Fördermodell kann noch so sauber konstruiert sein – wenn Netzanschluss, Abregelungsrisiko, Messsysteme, Direktvermarktung und Finanzierung nicht zusammengedacht werden, bleibt die Systemwirkung begrenzt.

Die Debatte um eine Wind-an-Land-Sonderausschreibung zeigt zudem: Das Problem liegt nicht nur in Genehmigungen. Es liegt auch in der wirtschaftlichen Realisierung genehmigter Projekte. Genau dort treffen EEG, Netzanschluss, Finanzierung, Lieferketten und Marktpreisrisiken aufeinander.

Worauf es jetzt ankommt:
Die Bundesregierung muss EEG 2027, Netzpaket, Redispatch-Regeln, Speicherintegration und Smart-Meter-Rollout zusammenführen. Sonst entstehen Förderlogiken ohne Netzrealität – exakt der Bruch, den der Systemcheck sichtbar machen soll.